Liebes Tagebuch

Wir gelangen von der Südspitze Koreas in einer langen Fahrt wieder nach Seoul, aber leider kann Jun uns nicht noch einmal aufnehmen. Kein Problem, es gibt genug Hostels. Die Stadt ist groß genug, dass es noch viel gibt, das wir uns noch ansehen können, denn einen freien Nachmittag haben wir noch auf unserer Südkoreareise.

Wir streifen noch etwas durch die Stadt und das futuristische Zentrum. Dann begeben wir uns mit der Bahn nach Suwon. Dort wartet die Festungsanlage Hwaseong auf uns.



Die Festung hat viel zu bieten. Wir sind kaum vor den Toren angelangt, da werden wir von einem alten Mann angesprochen. Er fragt uns höflich, woher wir kommen und was wir in Südkorea machen. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen und Südkorea bereisen und kennenlernen wird der Mann plötzlich aufgeregt. Ich frage mich, welche Medikamente der Mann wohl nimmt.

Er selber sei Japaner und ein glühender Verehrer Hitlers. Mit Freuden nimmt er uns mit uns zeigt uns alles, nicht ohne immer wieder die immer wieder unglaubliche Harmonie zwischen Japanern und Deutschen hervorzuheben.

Michael und ich haben zur Feier des Tages auch schon mittags jeder zwei Flaschen Makgeolli intus und haben unseren Spaß mit dem Zweiter-Weltkrieg-Opa.





Wir treffen uns noch mal mit Jun und seiner Freundin Miki und gehen etwas trinken. Michael will noch eine Massage haben und erzählt mir später etwas konsterniert, dass man ihm zur Wahl gestellt hat, seine Wellness mit oder ohne „Happy End“ zu gestalten.

Wir hatten viele Gelegenheiten unser eigenes Gangnam Style-Video zu drehen. Michael und ich fordern uns zu immer gewagteren Drehorten auf. Auf dem Markt, vor dem Tempel, in der U-Bahn. Waren wir am Anfang noch schüchtern kann es am Ende nicht verrückt genug sein.

Abends verlässt er das Zimmer und verschwindet so lange, bis ich eingeschlafen bin. Leider höre ich nicht, wie mein Freund nachts wieder in das Zimmer hinein will, aber nicht kann, da er keinen Schlüssel hat und einen Teil der Nacht an der Türschwelle verbringen muss.

Schließlich ist es leider wieder so weit. Die Studienreise in Südkorea ist vorbei und wir fahren hinaus nach Incheon, zum großen internationalen Flughafen Südkoreas. Unser Flug führt über Doha und wir lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen, bei einer schlaflosen Reise auch einen Blick auf Katar zu werfen.


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