Liebes Tagebuch

Wir fahren nach Norden in Richtung Trinidad. Dort ist der bolivianische Amazonasregenwald zu finden. Im Umkreis von Santa Cruz gibt es außer dem Faultier nichts Besonderes zu sehen und wir legen eine große Strecke zurück. Wir erreichen endlich tropisches Gebiet und sehen wirklich viel Dschungel links und rechts von der Fahrbahn. Wir finden eine schöne Möglichkeit zur Übernachtung auf einer kleinen Straße abseits der Fernverkehrsstraße, die zu einem mückenverseuchten Fluss und einer kaputten Brücke führt.

Ich bezweifle, dass uns jemand begegnen wird, doch am Abend und in der Nacht kommt hin und wieder ein Motorrad an uns vorbei. Manchmal mit einer Person, manchmal auch mit zwei oder drei Leuten drauf. Was allerdings immer gleich bleibt ist der überraschte Gesichtsausdruck der Leute. Wo kommen die Leute her? Die Brücke weiter hinter uns ist ja kaputt. Immerhin wünscht man uns einen guten Abend und eine gute Reise, als man sich nach unserem Woher erkundigt.





Dass der Dschungel intensiver wird merken wir auch an den Schwärmen an Geiern. Diese feiern ein Fest bei jedem Road Kill. Tote Wasserschweine, ein Faultier, ein Fuchs und ein Pferd liegen an Straßenrand. Niemanden schert es.

Die Route von hier nach La Paz wird auch „Jesuitenroute“ genannt, da sich hier, wie an einer Perlenkette, Missionen der Jesuiten befinden. 

In Santa Maria kommen wir an einem schönen Berg aus riesigen Kieselsteinen vorbei. Es sieht schön aus, auch wenn wir nicht wissen, was das ist. Und direkt dahinter wird die Luft plötzlich stickig. Es riecht nach Rauch. Wir sehen kleine Brände, doch die Wand aus Rauch nimmt nicht ab. Die kleinen Brände waren erst der Anfang.




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