Liebes Tagebuch

Nach ein paar Tagen verlassen wir Aguas Calientes. Es ist kalt geworden – praktisch, um die heißen Quellen wirklich schätzen zu können. Die Fahrt geht weiter in Richtung Westen. Wir wollen in Santa Cruz eine längere Pause machen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Wir machen halt in dem kleinen Dorf Roboré, um Früchte zu kaufen, tanken und Luft für die Reifen aufzufüllen. Es ist bemerkenswert, wie schwer es ist in Bolivien Früchte zu finden.

Es gibt keine Supermärkte, nur Marktstände und Markthallen, die billige chinesische Produkte anbieten. Frische Ware ist rar oder wir suchen an den falschen Stellen. Ich sehe Wohnhäuser, die mit Fleischwaren Werbung machen. Vielleicht gibt es ja Häuser für Früchte. 



Die Städte in Bolivien sind so richtig… „ursprünglich“ – könnte man sagen. Es gibt wenig geteerte Straßen und überall Marktstände. Im Zentrum gibt es einen kleinen Platz mit hübschen Rathaus und Kirche. Dahinter beginnen direkt sumpfige Straßen und kleine komplett oder halb zerfallene Häuser. Manche davon bieten Frühstück und Mittagessen an und nennen sich „Restaurant“. Davon merkt man aber nichts, denn sie sehen aus, wie ein kleiner Bauernhof voller Tiere und Obstbäume. Von Tischen fehlt jede Spur und wenn es überall so läuft wie in Aguas Calientes, dann wundern sich die Bewohner auch dort, warum man in das Grundstück eindringt. 

Auf dem Markt müssen wir uns herumfragen, bis wir einen kleinen Stand mit Früchten finden. Wo kaufen die Menschen Obst und Gemüse? Es sieht aus wie auf einem Bazar. Die Leute sind sehr freundlich und sprechen uns an, besonders wegen Leon. Niemand drängt sich uns auf. Leute winken uns aus ihren Autos zu. Auch hier fallen mir viele Männer auf, deren Mundbacken prall voll mit Coca Blättern sind. 

Wir fahren weiter und machen mittags halt an einem Kloster mit ganz besonderer Kulisse.



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