Liebes Tagebuch

An der Grenze begann es zu regnen, trotzdem brennt der Dschungel. Es regnet weiter und wir erreichen am späten Nachmittag einen netten kleinen Ort mit viel Müll, aber noch reichlich Dschungel. Wie der Name Aguas Calientes erahnen lässt gibt es hier sehr warmes Wasser, und zwar aus vulkanischer Quelle. Wir rasten auf einem einfachen Campingplatz namens Tukan.

Das passt, denn wir sehen wirklich viele Tukane. Das Wasser ist sehr flach, aber 35 Grad warm. Es dampft und sieht unglaublich aus. Obwohl dieser Ort etwas wirklich Besonderes ist gibt es überraschenderweise kein Hotel zu sehen.



Nachts sitze ich noch mit einem Bier in der Hand und den Füßen im Wasser am See. Kleine Fische knabbern an meiner Haut und große Fledermäuse huschen vor mir knapp über der Wasseroberfläche entlang. 

Tagsüber gehen wir mit Leon planschen. Er liebt Wasser und hier ein warmes, natürliches Schwimmbecken zu haben ist eine einmalige Chance.







Das Dorf selbst ist sehr heruntergekommen. Oder vielleicht ist das auch der Standard für ein Dorf in einem der ärmsten Länder der Welt. Das müssen wir noch herausfinden.

Auch hier stimmen Google Angaben nicht und wir müssen auf eigene Faust einen Ort finden, wo wir Mittagessen finden und Leons vorbereitete Mahlzeit aufwärmen lassen können.




Nach einem Tag voller Regen ist es heute sehr stürmisch. Wir fragen ein paar Leute und landen dann im Hinterhof der Hütte einer Familie, wo sich die Küche nicht von einer Garage unterscheidet und Hühner und Hunde und sehr seltsame Enten an uns vorbei watscheln.  Ein Kind nach dem anderen kommt ins Haus und wir fragen uns, wieviele es sein müssen.  Obwohl vor der Tür ein Schild steht mit dem Angebot für Mittagessen ist man in dem Hinterhof überrascht, als wir nach Mittagessen fragen. Das bolivianische Spanisch ist zudem schwer zu verstehen. Irgendwie bestellen wir etwas und bekommen etwas wie Rindersuppe. Dazu Wasser und ein süßes kühles Getränk namens Chicha. Das ist ein sehr altes und in der Andenregion sehr populäres Getränk, wie ich später lese.

Und ich lese auch, dass Spucke ein essentieller Bestandteil und Namensgeber des Getränks ist. Gut, dass ich das nicht wusste, denn es schmeckt gut. Man nimmt Mais oder diverse Pflanzen oder alles zusammen, kaut das durch und fermentiert die ausgespuckte Masse. 

Das Wetter ist während unseres Aufenthaltes sehr durchmischt. Zwischendurch wird es sogar recht kalt, sodass ein Bad in den heißen Quellen umso schöner ist. Doch es wird Zeit, unsere Reise fortzusetzen. Am nächsten Tag lernen wir mehr von Boliviens Ursprünglichkeit kennen. 


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