Liebes Tagebuch

Der Grenzübergang zwischen dem brasilianischen Corumbá und Bolivien wird kompliziert. Wie schon an der Grenze von Foz do Iguaçu hat kein brasilianischer Beamter ein Interesse daran uns einen Stempel in den Pass zu drücken. Diesmal denken wir daran nachzufragen und man zeigt uns das Büro, in das wir gehen können, wenn wir Lust haben, um einen Ausreisestempel zu erhalten. 

Danach folgt das Gleiche in Bolivien. Wenn wir möchten können wir dort in ein Gebäude um einen Einreisestempel zu bekommen. 

Gut, dass ich mir die Anleitung vorher in der ioverlander App angesehen habe.  Nachdem wir von dem Beamten, der vergeblich versucht hat ernst zu bleiben, als Leon ihm den Tacker klaut, den Einreisestempel erhalten, muss ich ins Zollgebäude (aduana), um das Auto in Bolivien zu registrieren. 



Die Grenzstadt ist gut organisiert, auch wenn der Stau aus Lastwagen für Chaos spricht. Ich finde direkt einen Geldautomaten für Bargeld, denn die Zeit des unbedenklichem Zahlens mit Kreditkarte im letzten Buschladen ist vorbei.

Ich finde auch sofort eine Bude für neue Sim Karten für Sara und mich.  Dann müssen wir tanken und essen. Dabei finden wir heraus, dass in Bolivien Google Maps nicht verlässlich ist.


Google Maps zeigt uns Restaurants und Tankstellen an, wo keine sind. Wir landen in Puerto Suarez, direkt hinter der Grenze, in einem winzigen Laden, der genau drei Dinge anbietet: Piraña, Alligator oder Picu. Drei Tage werden wir noch an diesem Alligator essen. Schmeckt wie Hühnchen. Es beginnt in Strömen zu regnen und es wird unglaublich schwül. Mein Gesicht tropft genauso wie die Regenrinne. 



In Puerto Suarez gibt es am Hautplatz, dem Plaza de Armas, einen schönen Aussichtspunkt über den Fluss. Es ist bemerkenswert, dass es bis zum Horizont flach ist und dass man nicht unterscheiden kann, wo der Fluss aufhört und Land beginnt.

Denn das Land steht unter Wasser und der Fluss ist teilweise komplett von Pflanzen überwuchert.



Auf der langen Straße in Richtung Santa Cruz kommen wir durch mehrere Polizeikontrollen. Man will besonders das aduana und dann noch ein circulation permit sehen. Das habe ich nicht und muss entweder zurück nach Porto Suárez oder es teuer hier kaufen. Zähneknirschend erhalten die Gauner 100 bolivianos von mir.  Nicht weit entfernt passiert dasselbe noch einmal, nur dass ich diesmal das von anderen Reisenden als Korruptionsstempel bezeichnete Dokument besitze und mich die Gruppe aus schwerbewaffneten Beamten durchlässt. 

Auf der Fahrt zeigt sich ein Anblick zum Nachdenken. Entlang der Straße und in den Orten liegt unglaublich viel Müll. Und der an die Straße grenzende Wald ist abgebrannt. In Google Maps sieht man hier noch viel Dschungel. Wir sehen den Wald brennen und daneben stehen Menschen oder befinden sich schon frisch gebaute Industriestandorte. 

Schockiert setzen wir unsere Fahrt fort. Das erste Ziel in Bolivien ist der kleine Ort Aguas Calientes, der warme Quellen verspricht.



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