Liebes Tagebuch

Nach unserer schönen Zeit auf der Ranch von Aquidauana streben wir in die Wildnis. Ich habe auf der Karte eine kleine Straße entdeckt, die von Aquidauana nach Norden in Richtung des Herzens des Pantanal führt, wo wir viele wilde Tiere zu sehen hoffen. 

Die Piste führt vorbei an Farmen und sehr weiten Graslandschaften, in denen tropische Bäume stehen, zwischen denen Rinder grasen.



Auf den Weiden sehen wir auch unzählige Nandus und endlich die gesuchten Ameisenbären. Sehr viele Ameisenbären. Plötzlich sind überall Ameisenbären.

Die flauschigen Insektenfresser tappen im Gras herum und schnüffeln mit ihren langen Nasen in Löchern im Boden. Ich kann ganz nah an einen heran gehen und aus der Nähe betrachten. Er stört sich nicht an mir.

Wir sehen auch eine Mutter, deren Junges ganz eng an ihren Körper geschmiegt ist. Andere Ameisenbären tappen gelassen vor uns über die Straße. Und wir sehen sie im langsamen Trott zwischen den Bäumen nach Termitenbauten suchen. Irgendwann drehen wir gar nicht mehr den Kopf, wenn der andere sagt, dass er einen Ameisenbären sieht. 






Die Piste führt durch eine Farm und wir stehen plötzlich vor einem geschlossenen Holztor. Ich frage einen Cowboy, der mit seinen Kumpels ein paar Pferde versorgt, nach Durchlass und wir dürfen passieren. Nach dem letzten Gatter, das wir durchqueren, verwandelt sich unsere Straße in eine matschige Sandpiste, und der Allradantrieb bekommt viel zu tun.

Große Lachen Wasser sammeln sich in Senken und bieten eine Überraschung, ob man sie durchqueren kann oder stecken bleibt. An einer Stelle bleiben wir hängen und der Van gräbt sich immer tiefer in den Matsch, sodass sich um uns herum ein kleiner See bildet.

Doch etwas hin und her und vor und zurück Fahren funktioniert und mit durchdrehenden Rädern und dem Fuß am Anschlag des Gaspedals schaufelt sich der Toyota im Rückwärtsgang wieder aus unserer misslichen Lage. 

Es ist schön später Nachmittag und Leon muss Abendessen. Das Bett muss gemacht werden und alles dauert seine Zeit, daher bauen wir auf einer trockenen Wiese neben der Stelle, in der wir zuvor stecken geblieben sind, unser Nachtlager auf. Zur Begrüßung trottet ein dunkler Fuchs direkt neben unserem Wagen entlang und verschwindet im Busch, als ich gerade meine Kamera gefunden habe. 



Am nächsten Morgen beschließen wir die Rückfahrt. Leider wird die Piste immer schwieriger und Sara hat nicht die Nerven, das Abenteuer fortzusetzen. Wir hatten Pech, dass ausgerechnet jetzt Regen einsetzen musste, nachdem sie letzten drei Monate kein Tropfen vom Himmel kam. Wir wollen aber auch nicht für ein paar Tage warten. Wir setzen zurück und bleiben zur Bestätigung noch ein paar Mal im Matsch stecken. Dafür sehen wir aber eine Großfamilie Nasenbären, die an einem der Wasserlöcher der Straße Halt zum Trinken macht und sich lustig miteinander zoffen.

Wir wollen an Aquidauana vorbei Richtung Norden fahren, um an einer anderen Stelle noch einmal in das Pantanal zu kommen. Hoffentlich diesmal ohne Regen. Unser nächstes Nachtlager werden wir in Miranda aufschlagen. 





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