Liebes Tagebuch

Die Erfahrung war eine Erschütterung. Das Pantanal ist zum Großteil bereits von den Farmern erobert worden und die zweite Chance nach dem Rückzug aus dem Herzen des Pantanal einige Tage zuvor ist damit ebenfalls vertan. Doch an das andere Ende des Pantanal zu fahren und es von der Stadt Cuiaba zu versuchen würde uns weitere zwei Wochen Fahrt kosten. Die Straße hier führt nur noch nach Bolivien. Wir beschließen dort mehr Natur zu sehen. 

Wir kehren zurück zur Gabelung, die wir vorher nach Rechts ins Ungewisse eingeschlagen haben, und wählen den Weg in Richtung Corumbá.

Wir erreichen Porto da Manga am Río Paraguay, den wir schon aus Asunción kennen. Dort gibt es keine Brücke, sondern nur eine teure Fähre.

Bevor wir auch nur daran denken können diese zu nehmen schlägt Sara Alarm: Leon hat Hunger. Anhalten. Jetzt. Ich drehe ab und parke neben einem kaputten Frachthaus. Sara bereitet Leons Abendessen vor und ich beobachte die Fähre. Fahrzeuge kommen, wie wir, nur aus Osten und der Fährmann scheint nur dann Lust zu haben, den Fluss von Westen zu überqueren, wenn mehr als ein Fahrzeug am Ufer wartet. Ein Pickup möchte auch hinüber, wir gesellen uns dazu und die Fähre kommt. 




Wir fahren nur noch wenige Kilometer auf der Suche nach einem Nachtlager. Dann einigen wir uns auf einen Schlafplatz am Kopf einer zusammengebrochenen Brücke. Die Sonne geht unter über dem Pantanal. Ein Baum steht in Blüte und riesige Hummeln sammeln dort Nektar. Zwei Nester von grünen Sittichen wurden im Geäst gebaut und die Eltern beschweren sich über unsere Anwesenheit.

Ich genieße den Blick über den großen Sumpf und das Abendkonzert der Vögel und Frösche – die Freude hält kurz an, denn im Auto scheinen King Kong und Godzilla aufeinander zu stoßen.




Leon veranstaltet Terror und Sara bekommt die Krise über winzige Käfer und Mücken, die über den Ventilator in die Kabine gelangt sind. Am Ende ist der Krieg zu Ende und dann kann ich doch raus in die Nacht.

Dort kann ich den fantastischen Sternenhimmel mit der Milchstraße und das Feuerwerk der Glühwürmchen beobachten. Morgen werden wir endgültig wieder die Zivilisation erreichen und in Corumbá ankommen.



Die Strecke nach Corumbá ist abwechslungsreicher als gedacht. Die Strecke führt über eine sehr holprige Straße durch ein kleines Gebirge, das von von Entfernung sehen konnten und schon für Bolivien gehalten haben.

Die Wildnis zeigt sich noch einmal zum Abschied vom Pantanal, aber auch von Brasilien, das wir nach Corumbá verlassen werden.



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