Liebes Tagebuch

Wir sind sicher über den großen Rio Mamore gekommen, aber leider haben wir leine Flussdelfine gesehen. Wir übernachten in San Ignacio de los Moxos am öffentlichen Strand des nahen Sees Isireri. Ich gehe mit Leon den Steg entlang und treffe ein Paar mit zwei kleinen Kindern. Die Leute sind aber nicht sehr am Austausch zwischen den Kindern oder unserer Herkunft interessiert und lassen uns bald alleine.

Auf einer Bank sehe ich einen jungen Mann mit einem T-Shirt voller Aufdrucke deutscher Unternehmen, scheinbar anlässlich eines sportlichen Ereignisses. Ich frage nach der Herkunft und ob es von einem deutschen Freund kommt. Auch der junge Mann will nicht wirklich mit mir sprechen und hält sich sehr kurz.  Wir kämpfen lange mit der Hitze und Moskitos im Auto, bis wir endlich etwas Schlaf finden. 




In der Nacht kommt ungebetener Besuch. Es klopft und draußen stehen zwei junge Leute neben einem Motorroller. Der eine behauptet von der Polizei zu sein und fragt, warum wir hier im Dunkeln stehen und möchte unsere Ausweise sehen. Ich lehne ab und sage, dass wir schlafen. Es ist mitten in der Nacht und die sollen am Morgen wieder kommen, wenn sie unsere Ausweise sehen wollen.

Der Typ versucht es weiter aber ich beharre darauf, dass es mitten in der Nacht und nicht die Zeit für Kontrollen, sondern für Schlaf ist. Schließlich ziehen die beiden ab, aber Sara ist geschockt und hat Angst. Die Nacht bleibt nun aber ruhig.



Jesuitenmissionen wurden Ende des 17. Jahrhunderts von der Spanischen Gesellschaft Jesu mit dem Ziel gegründet, die Region zu evangelisieren. Die von Chiquitos wurden 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Moxos an sich hat aber eine besonders beeindruckende Kirche zu bieten. Wie man dem Namen der Stadt entnehmen kann handelt es sich auch hier um eine ehemalige Jesuitenmission. Die Kirche ist groß und wunderschön bemalt. Leider können wir nicht hinein. Alle Kirchen sind normalerweise geschlossen, wenn nicht gerade Gottesdienst ist. 

Dann gehen wir eben noch etwas einkaufen. Es gibt tatsächlich einen winzigen Supermarkt mit richtigen Einkaufswägen, in dem wir ein paar Lebensmittel für den Weg kaufen. Wir sind am Ende unserer Fahrt durch den Dschungel. Ab morgen geht es in die Berge. Endlich lernen wir die mächtigen Anden kennen.




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