Liebes Tagebuch

Wir verlassen das Dschungelparadies Chuchini und fahren weiter nach Westen. An der Tankstelle in Trinidad ersten Mal nutzen wir unsere neue ID zum tanken. Es kratzt niemanden, dass der Typ auf der Karte jemand vollkommen anderes ist und mit breitem Grinsen tanke ich zu einem Drittel unserer bisherigen Kosten.

Wir kommen wieder zu einer Mautstation (peaje) und danach einer Polizeikontrolle, dort gibt es aber keine Schwierigkeiten. Ich zeige immer nur das Aduana und die Lizenz des Wagens auf meinen Namen. Trotzdem sind diese ständigen Kontrollen im Land sehr nervig.



Wir erreichen eine Fähre, die uns über den gewaltigen Rio Mamore bringen soll. Wir müssen nicht lange warten, bis man uns eine Sandpiste zum Ufer hinunter lotst. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das hier in der Regenzeit befahrbar sein soll. Die Fähre selbst besteht lediglich aus sehr alten Brettern und einem Außenbordmotor.

Im regelmäßigen Takt werden hier Fahrzeuge auf die eine oder andere Seite befördert. Und das auf Kähnen, die sowohl schlecht zusammengebaut, als auch total verrottet zu sein scheinen. Trotzdem halten sie irgendwie.




Während der Fährmann auf seinem Coca kauend ablegt beginnt die ganze Konstruktion zu schwanken. Zwei weitere Autos haben es noch auf das „Boot“ geschafft und sollen es über den Rio Mamore schaffen. Am anderen Ufer schaufelt unser Fährmann eine Auffahrt für uns spontan aus dem Sand.

Bemerkenswerterweise funktioniert es, wir saufen nicht ab, sondern kommen unbeschadet aufs Trockene. An ein paar Hütten mit Läden vorbei geht es wieder auf die Piste und nach wenigen Kilometern haben wir wieder den Eindruck die Einzigen in der Wildnis zu sein.



Die Straße ist beeindruckend. Es sieht links und rechts von uns aus wie im tiefen Pantanal. Kleine Wasserlöcher Reihen sich bis zum Horizont zusammen und an den Ufern tummeln sich friedlich Wasserschweine, Alligatoren und Wasservögel. 

Eine Familie Wasserschweine schleicht gemütlich vor uns über die Straße und hat keine Angst im Kochtopf oder als Road Kill zu enden,



An einer Brücke über den Rio Tijamuchi hoffe ich auf die Sichtung von pinken Flussdelfinen, da hier welche leben sollen. Wir bleiben eine Stunde hier, sehen aber nur kleine Kaimane. Dann fahren wir weiter die Straße entlang, die aufgrund einiger Enklaven von Missionaren „Jesuitenroute“ genannt wird.

Wir finden einen Platz für die Nacht an einem See nahe einer dieser Missionen mit dem Namen San Ignacio de Moxos.




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