Liebes Tagebuch

Wir verlassen Trinidad nach ein paar Besorgungen und fahren nun tief in den Dschungel des Norden. Der Rio Mamore verzweigt sich im Gebiet Chuchini und eine Familie nutzt ihr Land dort zum Schutz der Natur in einem Ökoreservat.

Dort können wir campen. Schon auf der Fahrt dorthin, die nur in den trockenen Monaten mit dem Auto möglich ist, begegnet uns eine Familie Wasserschweine.



Im zentralen Gebäudekomplex des Reservats laufen Pferde, Hunde und ein Nandu laufen frei herum. Das Gebiet wird schon seit Generationen in der Familie gehalten, erzählt uns Miriam aus der Schweiz, die in diese Familie eingeheiratet hat. Das Grundstück mit den dreihundert Hektar Dschungel und Fluss liegt mitten in der Lagunenlandschaft des Fluss Mamore.

In der Regenzeit sind die Häuser nur mit dem Boot zu erreichen. Von der Anlage aus sieht man direkt auf eine Lagune, in der Alligatoren schwimmen, Reiher fischen, Adler jagen, Affen brüllen und Kormorane tauchen. Nachts erschallt ein lautes Konzert der Insekten. Und Moskitos stürmen unser Auto. Ich muss Klebeband benutzen, um die kleinsten Ritzen im Wagen gegen die kleinen Blutsauger abzusichern.







Viele grüne Papageien fliegen über unsere Köpfe und blaue Aras machen sich lautstark über die Früchte der Bäume her. Es könnte ein Paradies sein, wenn nicht der Qualm der Brände des Dschungels auch hier die Luft verpesten würde.

Selbst auf der Piste durch den Wald bis zum Reservat sahen wir Brände, die immerhin von drei Feuerwehrleuten bearbeitet wurden.




Wir machen eine Tour durch den Dschungel. Ein paar Pfade führen durch den Wald der Halbinsel. Die erste halbe Stunde gehe ich mit Sara und Leon. Wir sehen eine Familie kleiner Affen, die auf dem Boden und in den Ästen turnen.

Ich gehe alleine weiter und mache eine große Runde durch den Dschungel. Ich treffe auf große blaue Schmetterlinge und scheuche große Tiere im Gebüsch auf, die unglaublich schnell weglaufen. Vielleicht sind es Warane.








Ich höre Brüllaffen und verfolge die Laute bis zu einem Baum, wo ich einen sehen kann. Es ist eine schwierige Jagd. Ich mache einen sehr lauten, aber einzelnen Affen in einer Baumkrone aus und versuche den Weg nicht zu weit zu verlassen.

Auch die Affenfamilie treffe ich nochmal, die auf einer Wanderung über die Baumkronen nach Osten unterwegs ist.



Ich mache eine kleine Fahrt mit einem Boot über die Lagune. Sie ist nicht sehr groß, aber Marco zeigt mir die Welt der Vögel und Kaimane in diesem Gewässer. Der Motor des Bootes stoppt plötzlich und Marco ist sichtlich nervös, während er versucht, den Motor wieder in Gang zu bekommen.

Schwimmen möchte ich hier nicht. Nach fünfzehn Minuten wiederholtem Ziehen der Anlasserleine startet die Maschine tatsächlich mit einer schwarzen Rauchwolke.






Es wird sehr heiß, bis 39 Grad und die Luft ist trocken. Wir brechen unsere Zelte nach drei Tagen ab und fahren weiter nach Westen. Dort werden wir den Dschungel bald hinter uns lassen und endlich das Hochgebirge der Anden erklimmen.

Vorerst setzen wir die Jesuitenroute fort und setzen uns einen See bei San Ignacio de Moxos als Ziel. Vorher müssen wir allerdings den Rio Mamore überqueren.



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