Liebes Tagebuch

Der Alltag in Südamerika stellt sich ein und der Aufenthalt in Asunción wird zur Routine. Besonderheiten fallen nicht mehr auf, doch einige Kuriositäten bleiben seltsam. Niemand kann 100.000 gs, etwa 13 Euro wechseln. Man schaut uns an, als hätten wir 200 Euro in der Hand.

Die Autos in Paraguay sind sehr unterschiedlich. Einerseits sind sie klein und Schrott oder direkt ein für alle Wildnissituationen ausgestatteter Jeep, Hilux oder Landcruiser.

In Asunción sehen wir ein paar Indios, auf dem Land ein paar mehr. Immer sehen wir die Indios in den Straßen betteln oder Schmuck verkaufen. Es ist traurig zu sehen.

Wir merken, dass wir in einer tropischen Region sind. Papageien und Sittiche fliegen überall am Himmel der Stadt oder auf dem Land in den Bäumen. Ständig sehen wir Pflanzen oder Tiere und halten ein um uns zu fragen: was ist das denn?!

Mit gutem Gewissen essen wir Avocados, Papayas, Maracujas und Melonen sowie Süßkartoffeln. Diese Früchte sind zuhause immer mit einem furchtbaren biologischen Fußabdruck versehen, doch hier sind es die Produkte der Region.




Die Zeit in Asunción wird lang und wir möchten raus. Wir haben davon gehört, dass der Lago Ypacarai sehr schön sein soll. Der See ist nicht weit von Asunción entfernt – zumindest, wenn man ein eigenes Auto besitzt oder flexibel genug ist, um einen Bus zu nutzen. Mit Leon und zwei Stunden Fahrt durch all die Haltestellen kein verlockender Gedanke. Zum Glück gibt es noch Uber und die Kosten halten sich auch im Rahmen.

Ich habe von dem kleinen Ort Areguá gehört und dass dort auch viele Künstler sein sollen. Wir probieren es.

Es ist Wochenende und das Wetter ist schön. Die vergangenen Tage war es in Asunción wirklich kalt, daher freuen wir uns wieder über Sonne. Das gilt anscheinend auch für den Rest der Bevölkerung der Stadt, den das kleine Areguá platzt aus allen Nähten.

Vor der Kirche posieren die Menschen und machen Selfies. Im Ortskern haben die Menschen Markstände aufgebaut und verkaufen teilweise sehr schön bemalte Keramik.





Es scheint auch eine Art Erdbeerfest zu sein, denn reihenweise Stände bieten die roten Früchte mit reichlich Sahne an. Das verbraucht unser letztes Bargeld und wir können uns den Eintritt zu einem kleinen Schloss nicht mehr leisten. Zumindest können wir noch an den „Strand“ des Ortes und endlich den See sehen, um den es ursprünglich ging. Wir sehen das Gewässer auch, aber nur hinter einem Meer an Menschen.

Eine pittoreske Aussichtsplatzform schwankt unter dem Gewicht der vielen Menschen. Der Park könnte tatsächlich ganz schön sein.

Wir suchen wieder nach einem Uber – was hier in der Abgelegenheit nicht mehr so einfach ist – und treten den Rückzug nach Asunción an.



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