Liebes Tagebuch

Die Fahrt vom Altiplano hinunter in die Stadt Arequipa ist sehr beschwerlich, denn obwohl es begab geht wird der Motor ständig wieder heiß.

Trotzdem schadet der Weg auch den Bremsen, denn es geht von 4000 Metern auf 2300 Meter Höhe in wenigen Kilometern. Es wird Zeit für die nächste Werkstatt. 



Und es wird Zeit für eine richtige Mahlzeit. Um unsere Unterkunft herum gibt es viele traditionelle Restaurants.

Wir verzichten jedoch auf das Meerschweinchen, das es auch hier überall gibt. Dafür ist auch hier Chicha, das Spuckbier, sehr beliebt.

Man versichert uns, dass da aber keine Spucke drin ist. So etwas Barbarisches machen nur die Menschen im Dschungel. Ich frage mich, ob die Menschen im Dschungel das Gleiche über die Bewohner der Berge sagen.



Wir beziehen ein luxuriöses Herrenhaus, das wir bei Airbnb gefunden haben. Dort wartet man auf uns, auch wenn wir wegen dem heißen Motor später als verabredet eintreffen.

Wir verbringen einen sehr angenehmen Aufenthalt in dem Haus. Es ist die beste Unterkunft unserer Reise. Auch die Haushaltshilfe Martha wächst uns ans Herz. Sie verbringt viel Zeit, um mit Leon zu spielen.



Auf einer beeindruckenden Dachterrasse können wir von dort die drei umgebenden Vulkane aufragen sehen: den Misti mit seinen 5822 Metern, den Chachani mit 6057 Metern und den Picchu Picchu mit 5664 Metern.

Die Berge wirken noch viel gewaltiger, da Arequipa nun gerade einmal auf 2300 Metern liegt. Bei einem Glas Wein lässt sich die Aussicht durchaus genießen.



Die Stadt ist ganz anders als Puno oder La Paz und bietet viel kolonialen und edleren Stil. Unser Herrenhaus ist nur ein Beispiel. Unsere ganze Straße bietet alte schöne Häuser und gegenüber ist ein kleiner Palast, in dem Feiern, wie zum Beispiel Hochzeiten, stattfinden. Der Stadtteil Yanahuara ist nahe am historischen Stadtzentrum, in dem ein großes Kloster und eine weiße Kathedrale mit zwei Türmen zu den Merkmalen zählen.

Diese sind im Laufe der Zeit schon einige Male eingestürzt, da die Nähe zu drei Vulkanen auch viele Erdbeben im Jahr mit sich bringen. Über einen Spaziergang von zwanzig Minuten kommen wir auch direkt in das historische Herz der Stadt.



Die Innenstadt wird am Wochenende von Touristen überrannt. Besonders der Plaza des Armas ist auch hier, wie in den meisten Städten Boliviens und Perus, der schönste Platz der Stadt und Treffpunkt für Festivitäten.

Hier liegt auch die Basilica Cathedral de Arequipa, das Wahrzeichen der Stadt. Wir besichtigen die Kirche mit einer Tour und können die prächtige Kathedrale von innen sehen und auch auf das Dach steigen.






Auf dem Plaza de Armas werden wir Zeuge von Demonstrationen, die scheinbar von mehreren indigenen Volksgruppen durchgeführt werden und die zur Revolution aufrufen.

Immerhin per Petition.



Zwei Frauen in traditioneller Kleidung und mit einem Lamm und einem Alpakababy laden dazu ein Fotos zu machen.

Sara kann nicht widerstehen und Leon findet die weißen flauschigen Tierbabys irgendwann interessant.





Wir besuchen den Mercado San Camilo, wo es nur allem eine riesige Auswahl and Lebensmitteln gibt. Besonders Früchte und Säfte werden dort angeboten.

Von vielen der angebotenen Früchte haben wir noch nicht einmal gehört.







Unser Auto ist bei der Werkstatt, aber die Kommunikation klappt nur bedingt gut. Die Antworten auf meine Fragen kommen nur spät oder ich muss mehrmals fragen. Das Problem habe ich aber durch ganz Südamerika hinweg. Es stellt sich heraus, dass unsere Zylinderkopfdichtung an einer Stelle tatsächlich durchgebrannt ist und für die Überhitzung sorgte.

Es dauert zwei Wochen, bis die Werkstatt das Problem und einen tropfenden Dieseltank gelöst hat und wir endlich unsere Reise fortsetzen können. 

Aus Arequipa heraus schlagen wir die Richtung Westen ein. Die Küste wartet. Bisher haben wir noch nicht das Meer auf unserer Reise gesehen. Nach all den Wochen in den Bergen und Saras Problemen mit der Höhe sehnen wir uns nach Strand.

Unser erster Anlaufspunkt heißt Mollendo. Mit dieser Stadt hat mein Heimatdort Oberried eine enge Partnerschaft.


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