Am Fuß des Vulkan Katla



Liebes Tagebuch

Wir befinden uns zwischen dem Meer und einem Supervulkan – dem Katla. Sollte dieser aktive Vulkan einmal ausbrechen wären die Eruptionen des Eyjafjallajökull, der im Jahr 2010 durch seine Rauchsäulen die nördliche Heimsphäre einmal stillstehen ließ, ein Kindergeburtstag dagegen. Gut zu wissen, dass dieser Ausbruch auch schon lange überfällig ist.

Wieder neugieriger als weise müssen wir uns diesen Brocken natürlich aus der Nähe ansehen und wir finden im Reiseführer die Wegbeschreibung zu einem Campingplatz, der hier mitten in der Ödnis liegen soll. Doch wir finden keinen Weg. Etwas unscheinbar offenbart sich letztendlich doch noch eine Piste in der Asche.

Wir haben volles Vertrauen in unseren Duster (Achtung: hier folgt eine Menge Product Placement) und lenken den Wagen direkt in die Asche.

Unterwegs stoßen wir auf die Siedlung früherer Minenarbeiter. Diese Siedlung ist schon lange verlassen worden, aber das Wetter konserviert das Holz gut. Der Anblick der vertrockneten Skelette der Hütten passt in das Bild der trostlosen Umgebung. Trostlos – aber episch.

Die Weite und die brutale, reine Natur hinterlassen einen tiefen Eindruck in uns und lassen den Blutdruck steigen. Wir fühlen uns wie in einem Film gefangen, denn solche Bilder kennt man nur aus dem Fernsehen. Gleichzeitig fühlen wir uns in die Eiszeit zurückversetzt und wie die Entdecker aus Jules Vernes Abenteuer „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Wir sind davon überzeugt, dass wie den Helden des Romans auch uns hier in Island plötzlich die Erde vor den Füßen öffnet und den Weg ins Herd der Welt freigibt.






Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt, aber letztendlich finden wir wirklich den Campingplatz von Þakgil am Ende der Piste, nachdem wir zahlreiche Höhen, Täler und Flüsse überqueren mussten.

Dennoch ist, wie zu erwarten, alles tot hier. Der Ort steht vermutlich nur im „Sommer“ offen, was bedeutet, nur in den Monaten Juli und August. Wir machen uns auf den Rückweg und schauen über unsere Schultern, ob nicht doch die Öffnung zum Schlund der Erde hier auf uns wartet.



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