Liebes Tagebuch

In einem Land zu leben, in dem die Elemente auf so eine intensive Weise vorherrschen wie in Island, geht nicht spurlos an einem vorbei. Die Isländer sind nach Jahrhunderten zwischen Vulkanen, Gletschern, Stürmen, Polarlichtern und dem offenen Ozean besonders abergläubisch geblieben und haben einige Rituale aus der Zeit der Wikinger übernommen.

So ist man der festen Überzeugung, dass Elfen und Trolle auf der Insel leben und man sich das Land mit ihnen teilt. Es gibt bestimmte Stellen, die tabu für jedes Bauvorhaben sind, da dort Elfen einen Hain haben und es wurden schon Brücken wieder abgerissen, als man feststellte, dass dort ja bekanntlich Trolle hausen.

Man kann es den Isländern nicht verübeln, sondern darüber schmunzeln und selbst auf die Suche nach den Fabelwesen gehen. Manchmal haben die Einwohner kleine Türen und Häuser für die Elfen angebracht.

Doch man kann die „versteckten Leute“ auch einfach anhand der Natursphänomene erkennen. Turmartige Lavafelsen oder ein natürlicher Steinkreis ist ein eindeutiger Hinweis für übernatürliche Bewohner, deren Stellen man auch den Namen von Orten ablesen kann, wie zum Beispiel Trollaskagi oder Tröllafoss.

An manchen Stellen ist es wirklich offensichtlich. Eine davon ist Hvítserkur, ein Felsen, der aus dem Meer ragt und der Legende nach selbst ein in der Sonne versteinerter Troll ist. Der Form nach muss man unwillkürlich der Legende zustimmen. Die Einsamkeit an diesem entlegenen Flecken Erde abseits der Menschen und der Blick in Richtung Arktis lässt einen in die Arme der Natur zurückfallen und vor ihrer Macht den Atem anhalten.





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