Kutaisi und seine Naturgewalten



Liebes Tagebuch

Wir sind auf dem Weg zur Stadt Kutaisi. Unterwegs machen wir halt an einer Sehenswürdigkeit, der „Höhle des Prometheus“. Dabei handelt es sich um eine riesige Tropfsteinhöhle,

die zwar für Touristen durch Treppen, Geländer, bunte Beleuchtung und stiltypischer monumentaler Musik zum Freizeitpark pervertiert wurde, trotzdem aber nicht minder beeindruckend ist.


Die Höhle des Prometheus


Wir erreichen Kutaisi und besorgen uns rasch in einem Café mit Internet eine Unterkunft. Dann erkunden wir die Stadt, wagen uns mit einer antiken Seilbahn über das ausgewaschene Flussbett auf den schrottigen Freizeitpark auf dem Hausberg.

Dort gibt es allerdings nicht viel zu erleben; es wirkt wie ein Lost Place. Wir kehren nach einem leichten Regen im Dunkeln zurück und bestaunen die kunstvoll bunt beleuchteten Brücken.


Kutaisi


Die Unterkunft passt zu uns



Wir kehren rechtzeitig in einem originellen georgischen Lokal ein, als draußen die Welt untergeht. Ein Sturm bricht los, Gegenstände fliegen durch die Straßen und ein Starkregen beginnt, begleitet von Blitz und Donner, der auch über Stunden nicht aufhört und die Stadt buchstäblich unter Wasser setzt.

Die Straßen verwandeln sich in Flüsse und die sich durch die Wassermassen kämpfenden Autos sind kurz davor den Halt unter den Rädern zu verlieren. Bei feinstem georgischen Wein starren wir aus dem Fenster und beobachten die Katastrophe.



Der Wirt findet uns cool und gibt uns seinen besten Wein aus.

Gerade bekommen wir unser Essen, als der Strom ausfällt. Außer uns sind nur ein paar wenige Georgier im Lokal und es wird sofort wild diskutiert. Ein paar Smartphones werden gezückt und die Lichter der eingebauten Taschenlampen tanzen umher. Uli und ich greifen einfach in unsere Taschen und ziehen die Stirnlampen heraus, die es uns erlauben ungerührt unser Mahl zu genießen. Es sind die leckersten Pommes Frites, die ich jemals gegessen habe.

Das Gelächter ist groß und die anderen Gäste fragen uns, wo wir her sind. „Aaahhh, of course“ schallen die Georgier, als sie hören, dass wir Deutsche sind. Gibt es da Vorurteile? Das Licht geht wieder an und ein beleibter Mann kommt zu uns. Er stellt sich als der Besitzer des Lokals vor, erkundigt sich nach unserer Reise und spendiert uns seinen besten Wein.



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