Der unheimliche Atem von Berg-Karabach


Liebes Tagebuch

Hinter dem Pass wird das Wetter schlagartig schlecht. Es ist kalt und regnerisch. Wir fahren an der halbautonomen Provinz Bergkarabach entlang und müssen aufpassen nicht aus Versehen dort hinein zu fahren.

Offiziell gehört das Gebiet zu Aserbaidschan, aber kulturell und durch die deutliche Mehrheit der dort lebenden Armeniern gibt es dort nach wie vor häufig Schusswechsel. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern um zahlreiche Gebiete brennt nach wie vor heiß.



Nachdem wir ein Dorf durchqueren versperrt uns plötzlich ein Laster den Weg. Ein anderer alter Laster scheint in den Abgrund gefahren zu sein und nun erfolgt die Bergung. Ein Kranfahrzeug erscheint und die männliche Hälfte des Dorfes scheint ebenfalls da zu sein.

Das Fahrzeug wird langsam herauf gezogen und zeigt sich in zutiefst zerknicktem Zustand. Der Fahrer müsste einen enormen Schutzengel gehabt haben wenn er das überlebt hat.



Wir campieren in Sichtweite zur Grenze zum Iran. Die Berge, die vor uns aufragen, gehören bereits zur Islamischen Republik.

Wir trinken den Cognac, doch ob es daran liegt können wir nicht sagen – nachts ist ein gruseliges Geheule zu hören. Es klingt als hätte sich ein Kannibalenstamm zum Fest verabredet. Es sind viele Wesen, die miteinander heulen und fast wie Menschen klangen.

Es gibt Pausen und dann ertönen die singenden Stimmen aus einer anderen Richtung. Aber zumindest will niemand über uns herfallen.

Am nächsten Tag folgen wir der Grenze zum Iran, die durch einen Wildwasserfluss, einen sehr hohen Stacheldrahtzaun und Grenztürme bewacht wird.



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