Der Lavafelsen im Nordatlantik



Liebes Tagebuch

Nach 1200 Jahren Menschen auf Island hat sich nicht wirklich viel getan. Es gibt gerade mal so viele Isländer wie Bonn Einwohner hat. Technisch sind sie uns aber Welten voraus. Wirklich überall zahlt man Kreditkarte, jedes Butterbrot wird damit abgerechnet.

Wir besuchen den Vogelfelsen Hafnaberg, in dem es eine Tölpelkolonie zu sehen gibt. Das Wetter hat mittlerweile von kuschlig auf sehr kuschlig umgeschlagen und wir genießen die raue Natur. So muss Island sein.

Wir laufen etwa eine halbe Stunde durch eine Wüste aus Moos und Steinen, bis wir an der Steilküste ankommen.

Die Wellen schmettern gegen die hohen Wände der Insel und es herrscht ein reges Treiben in den Bruthöhlen der Seevögel. Möwen und Tölpel haben sich hier auf eine harmonische Nachbarschaft geeinigt und wir sehen eine Kulisse, die ich nur aus Tierdokumentationen der Ferne kenne.

Wir sind schon auf unserer ersten Tour dieser Reise durchnässt bis auf die Haut.



Wir machen halt in einer der größten Attraktionen des Landes, nämlich der sogenannten „Blauen Lagune“. Diese ist wiederum Teil einer farbigen Welt, nämlich des Goldenen Rings: einer berühmten Rundtour, die von Reykjavik startet und einige der beeindruckendsten geothermalen Phänomene sowie Wasserfälle abdeckt.

Uns reizt die Blaue Lagune allerdings nicht besonders, da es uns auch schon zu touristisch ist. Uns zieht es dahin, wo wir umsonst und alleine in der Natur die Hüllen fallen lassen und planschen können.



Abends finden wir zum Zelten einen Platz bei einer Familie, die vor Jahrzehnten nach Island emigrierte. Es ist sehr idyllisch und da wir außerhalb der Saison kommen brauchen wir auch gleich gar nichts zahlen.

Wir blicken auf die Küste und sehen die hohen Wellen an die Klippen schlagen und die Gischt aufspritzen. Die Steilküste zieht sich bis zum Horizont und endet an einem rosaroten Horizont in einem besonders eindrucksvollen Felsen. Vereinzelt gibt es kleine Häuser, eine Kapelle und ein Leuchtturm um und herum, aber niemand ist zu sehen. Man hört nur den Wind, die Seevögel und das Meer.

Wir müssen für uns kochen und es ist schon interessant, dass unsere Fertigsuppen auf dem Weg vom Topf über dem Campingkocher bis zum Teller bereits wieder kalt geworden ist.

Natürlich haben wir – wie immer – guten schottischen Whisky importiert, um uns damit innerlich warm zu halten.

Ebenfalls haben wir im Supermarkt das lokale Bier „Gull“ entdeckt. Das gibt es dort, und nicht im Spirituosenladen, zu vernünftigen Preisen, da es als Light-Version mit gerade einmal 2% Alkohol nicht unter die teure Rauschmittelsteuer fällt.


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