Liebes Tagebuch

Zur Abwechslung amüsieren wir uns vor der Haustür und Stillen unseren Expeditionsdrang auf der anderen Seite des Rheins. Dort liegen Frankreich und das Elsass, die mit Käse, Wein und besserem Wetter heute als in Deutschland locken.

Wir machen nur einen kleinen Ausflug und wählen das kleine Örtchen Ribeauvillé, das gerade einmal achtzehn Kilometer nördlich von Colmar liegt und sich dort in die Weinberge schmiegt.



Wir finden schnell einen Parkplatz für Auto und Motorrad. Während ich schon häufiger das Vergnügen hatte das Elsass zu besuchen ist es für Sara und ihre Mutter Ethi ein exotischer Eindruck. Und Leon freut sich auch draußen zu sein.

Allerdings ist er auch schnell abgelenkt, wenn es irgendwo Wasser zu sehen gibt. Kein Springbrunnen und keine Quelle bleibt unentdeckt und wenn wir den Knirps nicht mit allen Kräften festhalten würden spränge er direkt ins Wasser hinein.

Vom Parkplatz führt der Weg durch den Jardin de Ville zur Altstadt. An jedem zweiten Haus findet sich Werbung für den lokalen Wein, der neben dem Münsterkäse aus der naheliegenden Stadt und dem von Touristen erwarteten französischem Flair Hauptexportschlager ist.

Ebenfalls an den Häusern sieht man die Namen der Besitzer, die noch an ihre deutsche Herkunft erinnern, so der Blumenladen „Nadelhoffer“, der Winzer „Zahnacker“ und viele mehr.



Trotz keiner Ferienzeit und nur moderatem Wetter explodiert das kleine Örtchen vor Touristen. Die mittelalterliche Atmosphäre des Dorfes wird noch unterstrichen durch Ritterrüstungen und altertümliche Waffen in den Schaufenstern.

Der für das Elsass typische Storch ist ebenfalls überall zu finden, sei es auf dem Dach des Rathauses oder als plüschiges Mitbringsel für zuhause.

Ein einsetzender Regenschauer lässt uns bemerken wie hungrig wir sind. Das nächste Restaurant und der letzte Tisch gehören uns. Es dauert auch nur eine Stunde, bis wir etwas zu essen haben. Leons Laune kommt das entgegen; zu aufgeregt zum Schlafen zeigt der kleine Fürst der Finsternis eine gewisse Gereiztheit. Immerhin ist der Käse lecker.



Sara gibt ihr Bestes und bringt den Kleinen zum Schlafen, sodass wir unsere kleine Stadtbesichtigung fortfahren können. Das Wetter zeigt sich nun von seiner besten Seite, nachdem wir das Restaurant verlassen.

Im Grunde folgt die Altstadt einer langen Straße, der Grand’Rue. In Richtung der Berge kann man die Ruinen der Ulrichsburg erkennen, die dort mit einem hervorragenden Blick über das Rheintal thront.

Leon wird nur noch getragen und Ethi schiebt tapfer den verschmähten Kinderwagen über das Kopfsteinpflaster.

Unterdessen verlangt es Sara plötzlich nach Süßigkeiten und muss sofort, am besten intravenös, mit Donuts versorgt werden. Ich werde zu einer Patisserie geschickt werde mit dem Auftrag die dort angebotenen Donuts zu kaufen und verzweifle, da es dort keine Donuts gibt, bis sich herausstellt, dass damit die gezuckerten Brezeln gemeint sind, die doch nun wirklich das gleiche wie Donuts sind…

Mit dem Ende des Zuckermangels ist auch das Ende des Ausflugs gekommen, zu dem auch ich mir noch eine Kleinigkeit in Form von zwei Flaschen lokalen Weins unter die Arme nehme.





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