Liebes Tagebuch

Nach der Erkundung der Stadt Puno deponieren wir das Auto in einer kommerziellen Garage und wohnen drei Tage auf einer der schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee. Dort gibt es eine große Ansammlung von künstlichen Inseln aus Schilf, die man Uros nennt. Rubens holt uns mit seinem Boot und bringt uns zu der Insel, auf der seine Familie schon sein Generationen wohnt. 

Er gehört dem Volk der Quechua an, die sich selbst jedoch Runakuna nennen, und er bringt uns gleich zwei Wörter in seiner Sprache bei, „aramenticama“ (gute Nacht) und „camisetaqui“ (Guten Morgen). Die Sprache Quechua wurde noch von den Inkas und anderen Völkern der Bergregionen gesprochen und ist damit lebendige Geschichte.





Wir wohnen in einem kleinen Haus auf Rubens Insel. Es ist seltsam zu fühlen, dass sich das Haus ständig bewegt, besonders, wenn vor dem Fenster wieder ein Boot vorbei fährt.

Unser Gastgeber Rubens wohnt hier schon immer, so wie seine Geschwister, seine Eltern und seine Familie seit Generationen. Ob seine drei Kinder hier wohnen werden ist die große Frage.

Die jungen Leute ziehen weg, studieren und bleiben für ihren Beruf in einer Stadt. Rubens fährt uns in seinem Boot über die Uros-Inseln. „Uros“ bedeutet im Quechua „Zuflucht“ und der Begriff lässt auf die Geschichte der Familien blicken, die auf dem See wohnen. Wir erfahren auch, dass die Übersetzung von Titicaca viel ernsthafter als der Wortlaut ist und das Wort „grauer Puma“ bedeutet.




Ich frage nach dem Zweck der großen Katamarane aus Binsen und erhalte die ernüchternde Antwort, dass diese erst in den 90er Jahren aufkamen, inspiriert durch die Kon Tiki, und große Horden von Touristen stilkonform über den See schippern können. Rubens zeigt uns, wo und wie das Schilf geerntet wird und erklärt, wie die Inseln zwei mal pro Monat eine neue Schicht davon bekommen.

Wir lernen viel in den Tagen auf den Uros-Inseln.

Rubens nimmt uns in seinem Boot mit und zeigt uns, wo das Schilf wächst und wie es geerntet wird. Er erklärt uns auch die Geschichte seines Volkes, dass sich vor den Feinden auf den See zurückzog und dort vom Fischfang und den Eiern und der Jagd nach Vögeln lebte. Viele Eindrücke bleiben bei uns hängen, als wir letztendlich wieder Festland betreten und über die Höhe der Anden die Weiterreise über das Altiplano antreten.



Leave A Reply

Your email address will not be published.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More