­čç╣­čçĚ Das Fl├╝chtlingszentrum in Not – TIAFI nach Covid

Nach drei Jahren voller Krisen durch die Fl├╝chtlingswelle aus Syrien, der Covid-19 Pandemie, dem Krieg in der Ukraine, der Wirtschaftskrise mit folgender Inflation sowie Bombenanschl├Ągen in Istanbul und nun j├╝ngst den Erdbeben im Osten des Landes bin ich zur├╝ck in die T├╝rkei und zu TIAFI in Tepecik, ─░zmir, gekehrt. Im Jahr 2020 war ich das letzte Mal hier; Covid-19 verhinderte meine z├╝gigere R├╝ckkehr. Ich freue mich Anne, Derya, Anwar und Bilal wieder zu sehen und auch Zeynep endlich kennen zu lernen.

Ahmet hat es nun endlich geschafft und genug Spenden bekommen, um mit seiner Familie nach Kanada zu reisen.

Ein paar Tage werde ich nun hier sein und als Teil von Avicenna Kultur- und Hilfswerk e.V. unsere langj├Ąhrige Partnerschaft und Freundschaft pflegen. Und nat├╝rlich mithelfen, wo ich kann.

Die Krisen haben dem Zentrum von TIAFI stark zugesetzt. Wegen der Ausgangssperre w├Ąhrend der Corona-Krise musste das Geb├Ąude f├╝r Monate geschlossen bleiben und die Leute konnten nur auf der Stra├če oder zuhause versorgt werden. Und nun suchen mehr denn je Fl├╝chtlinge aus dem Aus- und nun auch Inland hier Hilfe.


Quelle: Deutsche Welle
Quelle: Focus Economics
Quelle: Ukrinform
Quelle: BMZ
Quelle: Aljazeera



Etwa vierzig bis siebzig neue Familien registrieren sich pro Tag f├╝r Hilfe und Versorgung. Erdbebenopfer erhalten Decken und Pakete mit Essen sowie anderen Dingen f├╝r den t├Ąglichen Bedarf. Dabei handelt es sich um T├╝rken, Iraker und in der T├╝rkei lebende Syrer, die das Grauen aus ihrem eigenen Land ├╝berstanden haben.

Versorgungspakete werden verpackt und bereitgestellt. Andere arme Menschen versuchen ebenfalls solche Pakete zu ergattern und m├╝ssen weggeschickt werden. Sie werden zeitnah auch wieder etwas bekommen, doch nun ist die Not bei den Erdbebenopfern am gr├Â├čten.



Die Toleranz gegen├╝ber Fl├╝chtlingen nimmt in der t├╝rkischen Gesellschaft sp├╝rbar ab. Besonders bei den armen T├╝rken gibt es viel Ablehnung angesichts ihrer schlechten Aussichten. Vier Millionen Fl├╝chtlinge beherbergt das Land und auf den Stra├čen h├Âre ich nur Russisch von den besser situierten Ukrainern und Russen, die sich aufgrund des Krieges in die T├╝rkei abgesetzt haben. Wohnraum im Land ist knapp.

Mittags kommen Menschen zur kostenlosen Essensausgabe zu TIAFI. Vor allem arme t├╝rkische Familien aus der Nachbarschaft ben├Âtigen mehr als f├╝nfhundert Portionen jeden Tag, die von syrischen Frauen in der K├╝che des Gemeinschaftszentrums zubereitet werden.



W├Ąhrend ich Fotos mache, die Kinder besch├Ąftige, Buchhaltung betreibe, Essen ausgebe und Geschirr sp├╝le erz├Ąhlt mir Anne von den aktuellen Ereignissen, zu denen vor allem die schlimmen Schicksale der Hilfesuchenden. Da ist der Junge, der mit seiner Familie versch├╝ttet wird. Sein Bruder stirbt neben ihm und er verliert sein Bein. Jetzt hofft er auf eine Prothese, f├╝r die 1500ÔéČ ben├Âtigt werden.

Dann ist da die Frau mit f├╝nf Kindern, von denen drei gehbehindert sind. Ihr Mann ist verschollen und sie hat weder Geld, noch die M├Âglichkeit etwas zu verdienen, unter diesen Umst├Ąnden.

Und dann ist da die andere Frau, ebenfalls alleine mit f├╝nf Kindern. Ihr ├Ąltester Sohn wurde von einem Auto angefahren und liegt seitdem im Koma. Ich habe Geld von Spendern aus Deutschland mitgebracht, mit die Familien unterst├╝tzen kann, doch es wird nur vor├╝bergehend reichen.


Spende hier f├╝r TIAFI


Spende hier f├╝r Avicenna


Jeden Tag melden sich 70 neue Familien an. Fotos zu machen ist aber schwierig.

Es ist sehr schwer Fotos von den teilnehmenden Frauen oder Fl├╝chtlingen im allgemeinen bei TIAFI zu machen. Neben der Tatsache, dass die Leute in ihrer Bed├╝rftigkeit nicht abgelichtet werden m├Âchten spielt bei den Frauen auch ein kulturelles Problem eine Rolle. Die Damen aus Syrien und dem Irak sind teilweise voll verschleiert. Niemand darf ihr Gesicht sehen und fotografiert werden schon gar nicht.

Sofern ich ├╝berhaupt ein Foto machen kann drehen sich die Frauen weg oder verlassen den Raum. Seit kurzem gibt es sogar einen Fris├Ârkurs bei TIAFI mit 24 Teilnehmerinnen. Sobald ich jedoch den Raum betreten sehe ich nur noch ein paar Schatten hinter einem Vorhang verschwinden.



Avicenna unterst├╝tzt TIAFI in den meisten Bereichen, sei es mit Geld f├╝r die K├╝che, Geld f├╝r die Versorgungspakete, Geld f├╝r die Kinderbetreuung oder Geld f├╝r die Physiotherapie.

Vor zwei Jahren starteten wir gemeinsam ein Projekt mit den W.P. Schmitz-Stiftungen, dass besonders den alleinerziehenden Frauen auf der Flucht zugute kommen soll.

Ich bin sehr froh diese Kurse nun in der Realit├Ąt zu sehen, nachdem wir zusammen so lange an den Konzepten und der Umsetzung gearbeitet haben und sich die ├ľffnung der Schule wegen Corona immer wieder nach hinten verschob.



Anne erhielt j├╝ngst Spenden in Form von einem Spielplatz, der auf dem Dach des Geb├Ąude Platz fand. Ein eingez├Ąunter Fu├čballplatz, Rutschen und Schaukeln erfreuen die Kinder.

Ich schaffe es nur kurze Augenblicke Fotos zu machen, dann werde ich von den Kindern, die schon so viel Schreckliches erlebt haben, ins Spiel eingebunden. 


INFO ON NEW BLOGS

SUBSCRIBE TO MY NEWSLETTER AND BE UP TO DATE WITH MY ADVENTURES

I donÔÇÖt spam! Read our privacy policy for more info.

You might also like
Leave A Reply

Your email address will not be published.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More