Liebes Tagebuch

Wir hatten einen schönen ersten Eindruck von Mollendo, unserem ersten Aufenthaltsort an der Pazifikküste nach Monaten der Reise in den Bergen und im Dschungel.

Der Hauptgrund, warum wir einen Umweg in diese Stadt machen, ist eine dreißig Jahre alte Partnerschaft zwischen Mollendo und meiner Heimatgemeinde Oberried. Der Eine-Welt-Kreis unterstützt hier eine Tagesstätte für Kinder aus dem Armenviertel. Wir übernachten nahe der Stadt und besuchen am Morgen die Aubergue Infantil Maria Inmaculada und César Loarte, der die Auberge leitet und uns herzlich begrüßt. Genauso wie die Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, die heute Klasse haben. Über unsere Geschenke freut man sich sehr und Leon wird von allen Kindern bestaunt.



Wir wohnen einer Klasse bei – heute ist nicht viel los, es sind Ferien. Ich spiele mit den Kindern Fußball und bekomme Zweige eines Busches geschenkt, die der Gärtner später genervt wieder einsammelt.

Die Kinder sind sehr fröhlich und ich habe nicht den Eindruck, dass sie aus armen Verhältnissen kommen.

Die Auberge ist sehr sauber, die Kinder fröhlich, verspielt, wissbegierig und offenherzig. Die Lehrerin schafft es die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu lenken und ihnen spielerisch neue Themen beizubringen.

Die Spenden aus Deutschland werden gut genutzt. Das ist nicht zuletzt der Mitbegründerin und Sprecherin des Eine-Welt-Kreises Monika Huppertz aus Oberried zu verdanken, die einen engen Kontakt zu Cesár pflegt, regelmäßig nach Peru zu Besuch kommt und auch über das Telefon mit Cesár und uns ein spontanes, fröhliches Drei-Parteien-Gespräch führt.



Es ist verrückt: Wir befinden uns seit Monaten auf der Reise durch Südamerika und landen nun in dieser Stadt an einem so für uns fremden Ort – und dort hängen Fotos von meiner Heimat im Schwarzwald. Ich zeige den Kindern mit den Fotos, die sie kennen, dass ich von dort komme. Da die meisten Fotos sehr viel Schnee zeigen stellen sie sich vor, dass es dort immer so aussieht und so kalt sein muss.

César lädt Sara und mich zum Mittagessen ein und wir genießen süße Picinhos am Strand (frittierte Kringel aus Süßkartoffel- und Maismehl).

Leon genießt die Wellen und freut sich über die nassen Füße.

Am Nachmittag sagen wir auf Wiedersehen. Wir sind sehr angetan davon, wie man uns Willkommen hieß und sich über uns freute.

Wir fahren noch einen Rest des Tageslichtes weiter die Panamericana hinauf. An einem kleinen Strand neben der Straße finden wir ein paar Fischer und einen angenehmen Ort zum übernachten.




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