Liebes Tagebuch

Morgens warten wir bei strahlendem Sonnenschein auf Konstantin und haben Sorge um den Wasserstand der Flüsse. Es sah karg aus vom Flugzeug und das Wetter verspricht auch kein Wasser.

Der Ural kommt drei Stunden später als verabredet, voll bepackt mit Gepäck und einer Familie mit einem Sohn und einer Tochter auf der Ladefläche, wo wir uns dazu gesellten. Dieser monströse Lastwagen hatte Räder, die groß genug waren um durch jeden Fluss zu fahren und war schwer genug jeden im Wege stehenden Baum einfach umzupflügen.  

Die lange Fahrt gestaltet sich als sehr anstrengend. Zwei Fahrer wechseln sich ab, sodass wir kontinuierlich fahren. Die Geschwindigkeit, mit welcher die die Flusskiesel überfährt, lassen uns und das Gepäck in die Luft fliegen und auf die harte Fläche zurückprallen. Zehn Stunden lang. Es wird eine Belastungsprobe für Knochen und Material. Eine Eisenstange bohrt sich durch Ulis Rucksack.  

Unser Taxi

Der Ural kämpft sich durch das Moos eines mückenverseuchten Waldes. Einige umgestürzte Bäume müssen entfernt werden. Für den Fall liegt schon eine Kettensäge bereit. Deren Kette springt zwar, kann aber repariert werden. In der Ferne sehen wir schöne Seen, unter uns sprießen Massen an Preiselbeeren und um uns herum schwirren Wolken aus Stechmücken.

Unser Antimückenmittel rettet uns vor dem sicheren Tod durch Ausbluten.   Um 23 Uhr bei Dämmerlicht gibt es eine Pause und schneller als wir gucken können prasselt ein Lagerfeuer und Töpfe und Tüten werden hervorgeholt zu einem üppigen Nachtmahl. Konstantin gibt eine Runde Wodka aus. Wir revanchieren uns mit Whisky und Gitarrenspiel.  

Dann fahren wir weiter durch die Nacht, in der es nicht dunkel wird. Ab ein Uhr beginnt es wieder hell zu werden. Auf der Lagerfläche versuchen alle zu schlafen beim heftigstem Schütteln.

Wir holen uns nur blaue Flecken und unsere Welt besteht nur aus Schmerz.  

Schaut euch das ganze Video der Reise an!
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