Rückkehr zur Zivilisation



Liebes Tagebuch

Ich reise wieder zurück in Richtung Uppsala. Ich will in den Färnebofjärdens Nationalpark, um noch ein letztes Mal zu wandern. Dafür fahre ich wieder nach Gävle und steige in den Bus nach Hedesunda. Von dort wandere ich den Fernwanderweg Gästikeleden in Richtung des Nationalparks, um von dort aus nach Süden in die Stadt Tarnsjö mit einer Verbindung nach Uppsala zu gelangen. Doch der Weg von Hedesunda nach Gysinge stellt sich als sehr öde heraus.

Dafür begeistert Gysinge mit einer beeindruckenden Wasserlandschaft, einem musealen Ortskern und eigener Brauerei. Es stellt sich auch heraus, dass in diesem Ort vor Jahrhunderten Kanonenkugeln produziert wurden, von denen mein Großvater als Bauingenieur einige aus ebenfalls historischen Gebäuden in der deutschen Stadt Koblenz gezogen hat. So schließt sich ein Kreislauf der Geschichte.



Das Wetter wird jedoch noch einmal schlecht und ich beschließe die nächste Etappe abzubrechen und direkt nach Uppsala weiterzufahren.

In der schönen Studentenstadt will ich etwas mehr Zeit verbringen und werde von der ebenso schönen Iman aus Couchsurfing aufgenommen. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau keine Schwedin ist, sondern aus Marokko stammt und ich ihr erster Gast bin. Sie ist überaus gastfreundlich und führt mich durch die Stadt. Drei Tage werde ich hierbleiben.

Uppsala ist auch eine sehr historische Stadt. Weiche Hügel sind Zeugen alter Wikingerpaläste. Normalerweise müsste die Stadt auch voller Vorbereitungen zum Mittsommerfest sein, aber dieses Jahr fallen diese wengen Corona aus. Das Nachtleben in der Stadt ist von dieser Vorsorge aber nicht betroffen und die Bars und Straßen sind voll. Einzig an den langen Schlangen vor den exklusiven Alkoholverkaufsläden (es gibt keinen Alkohol im Supermarkt zu kaufen) geben Anlass zur Vermutung, dass ein größeres Fest anstehen könnte.

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Nach einer schönen Zeit in Uppsala kehre ich zu meinen Freunden Dirk und seiner Frau Ulli ins Asyl zurück, wo ich noch Sachen lagere. Dirk freut sich und nimmt mich wieder mit auf eine Wanderung in der Gegend. Ich entspanne mich etwas und freue mich darüber, wie herzlich mich die Familie aufnimmt.

Ein wenig kann ich mich mit ein paar Familienfotos revanchieren, bevor meine Reise zuende ist und ich wieder aus der Rebellennation nach Deutschland zurückkehre.


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