Wir sind etwas müde, doch wir freuen uns auf Chris. Wir sammeln ihn mit unserem Mietwagen ein und schon beginnt der nächste Road Trip. Wir decken uns mit genug Proviant aus einem Supermarkt ein und dann geht es auch schon die Küste entlang nach Süden. Wir lassen alle berühmten Nationalparks und auch die Stadt Split links liegen und genießen einfach die mediterrane Sommerstimmung und den Wind in unseren Haaren durch die geöffneten Autofenster.

Wir steuern auf ein Hostel im kleinen Ort Marušići zu, dass uns die Französin empfohlen hat. Sie hat dort die vergangenen drei Monate freiwillig für Kost und Logis gearbeitet und die Besitzer freuen sich sehr, als wir sie von ihr grüßen. Dean ist ein alter amerikanischer Kriegsveteran, der seine Pension aus seiner Army-Zeit als Hubschrauber-Schützer sowie der langen Arbeit auf den Ölfeldern der USA in eine Unterkunft mit dem Blick auf das Mittelmeer investiert hat. Seine eklatant jüngere Freundin Steffi kommt aus Deutschland.



Die letzten Sonnenstunden können wir noch nutzen um bis zum Strand nach unten zu steigen. Ich habe in meinem Leben noch nie so klares Meerwasser gesehen wir hier. Man kann viele Meter tief sehen, denn das Wasser ist ungetrübt.

Der Meeresgrund besteht nur aus Geröll, daher nimmt das Wasser keine Sedimente auf. Durch das Licht und die Reflexionen des Untergrunds sieht es aus wie Kristall.



Wir haben einen fantastischen Abend mit ihnen und den wenigen anderen Gästen. Die Saison ist im September vorbei, obwohl die Temperatur der Luft und des Wassers perfekt sind. Daher werden Dean und Steffi die kommenden Wochen selbst Urlaub machen und durch Thailand reisen. Derweil kümmert sich ein brasilianisches Pärchen um alles. Sie beginnen schon einmal damit, dass sie für alle gegen eine kleine Spende ein Abendessen zubereiten. Während wir warten trinken wir mit ein paar Franzosen. Die Franzosen trinken stilecht Bier, während wir Deutschen den Wein bevorzugen. Als wir über Klischees sprechen regt sich Dean auf, bis ich ihm versichere, dass wir uns darüber lustig machen und ich ihn dabei erwische, wie er selbst auf ein Klischee hereinfällt: „you are planning so much, typical German“.

Dabei planen wir gar nicht viel, wir wollen nur wissen, wie das Wetter sein wird, um daran unsere Reiseroute anzupassen. Aber es sieht so aus, als müssen wir das Beste aus der Situation machen. In Kroatien sehen die Aussichten an der Küste exzellent aus, während in Richtung Inland und vor allem Bosnien für die nächsten zwei Wochen Dauerregen angesagt ist. Aber wer kann schon dem Wetterbericht vertrauen? Wir entscheiden uns gegen die Touristen und für den Regen. Dean ist zwar ein Fan von Donald Trump, aber trotzdem ein netter Typ.


Am nächsten Tag geht es weiter. Wir fahren nicht mehr lange die Küste entlang, dann geht es schon in die Berge in Richtung Bosnien. Wir machen Halt an einem abgelegenen See in der Landschaft um den Ort Lokvičići und einer kleinen Stadt namens Imotski, die ebenfalls über einen See verfügt.

Dieser liegt in einer steilen Talsenke und kann manchmal ausgetrocknet oder hundert Meter tief voll Wasser sein.


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